Klinik für Palliativmedizin

(cax) Die Leitung der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Freiburg obliegt der Lehrstuhlinhaberin Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Dipl.-Caritaswiss. Gerhild Becker MSc (King's College / University of London) als Ärztliche Direktorin.

Mit der Eröffnung der Palliativstation 2006 und der Einrichtung einer Stiftungsprofessur durch die Deutsche Krebshilfe sowie Besetzung des ersten Lehrstuhls für Palliativmedizin in Baden-Württemberg 2012 soll den Bedürfnissen unheilbar kranker Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen in besonderer Weise entsprochen und die medizinische Versorgung durch die bestehenden Fachabteilungen am Universitätsklinikum Freiburg ergänzt werden.

In der Klinik für Palliativmedizin am Uniklinikum Freiburg werden Patientinnen und Patienten betreut, die an einer fortschreitenden, unheilbaren und zum Tode führenden Erkrankung leiden. Ziel der palliativmedizinischen Betreuung ist es, krankheits- und therapiebedingte Beschwerden bestmöglich zu lindern und die Krankheits- und Betreuungssituation der Betroffenen so zu stabilisieren, dass sie nach dem Klinikaufenthalt wieder in das von ihnen jeweils gewünschte häusliche, pflegerische oder hospizliche Umfeld entlassen werden können. In der Klinik kümmert sich ein multiprofessionelles Team aus Pflegenden, Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Physiotherapeuten sowie Kunst- und Musiktherapeuten unter der Leitung von Frau Professor Becker um die Patienten und ihre Angehörigen und stellt die Verbesserung der Lebensqualität aller Betroffenen in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Zur Klinik für Palliativmedizin und dem angegliederten Lehrstuhl gehören eine Palliativstation mit 10 Betten, ein multiprofessioneller palliativmedizinischer Konsildienst für alle Betten führenden Stationen des Universitätsklinikums, eine transdisziplinäre Forschungsgruppe sowie der Masterstudiengang Palliative Care Online.

 

Zusammenarbeit mit regionalen Einrichtungen

In der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen in und um Freiburg geht es auch darum, die Patienten über die stationäre Behandlung hinaus bestmöglich versorgt zu wissen und für die häusliche Betreuung alle Maßnahmen in die Wege zu leiten. Die Klinik für Palliativmedizin ist darum eng vernetzt mit Einrichtungen und Diensten der allgemeinen (AAPV) und spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) (z.B. Palliativnetz Freiburg mit den regionalen Brückenpflegen (z.B. Brückenpflege CCCF), mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten in der Region sowie mit Pflegeheimen und stationären Hospizen.

Weitere Informationen zur Palliativstation Freiburg

Weitere Informationen zur Palliativstation Freiburg

(cax) Auf die Palliativstation werden Patienten aufgenommen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden und deren medizinische und psychosoziale Situation eine intensive Begleitung durch ein spezialisiertes Team erfordert. Patienten können sowohl von Haus- oder Fachärzten auf die Palliativstation eingewiesen als auch von anderen Stationen des Universitätsklinikums oder anderer Krankenhäuser übernommen werden.

Die Palliativstation am Universitätsklinikum Freiburg wurde 2006 eröffnet. Sie verfügt über 10 Betten, die sich auf 8 Einzelzimmern und ein Doppelzimmer verteilen. Alle Zimmer verfügen über ein eigenes Bad und eine Terrasse, sie sind durch große Fenster hell und freundlich gestaltet. Die wohnliche Einrichtung der Zimmer, das gemeinsame Wohnzimmer und gemütliche Sitzecken ermöglichen es Patienten und Angehörigen, die Zeit auf der Palliativstation gemeinsam gut zu erleben und möglichst individuell gestalten zu können. Zeit und Raum für Begegnungen zwischen Patienten, Angehörigen und professionell Betreuenden zu schaffen, ist ein wichtiges Anliegen auf der Palliativstation.

Weitere Informationen zum Konsiliardienst

Weitere Informationen zum Konsiliardienst

(cax) Der an der Klinik für Palliativmedizin angegliederte multiprofessionelle palliativmedizinische Konsildienst betreut, berät und unterstützt Patienten und deren Angehörige, die auf anderen Stationen des Universitätsklinikums behandelt werden, um auch für diese Patienten eine optimale palliativmedizinische Betreuung zu ermöglichen. Der Konsildienst ist bestrebt, eine kontinuierliche palliativmedizinische Betreuung auch im häuslichen Umfeld vorzubereiten. Die dazu nötigen Maßnahmen werden mit Patienten, Angehörigen und Betreuenden erörtert und noch während des stationären Aufenthaltes in die Wege geleitet. Ziel ist eine gute Überleitung der Patienten möglichst in die ambulante Betreuung. Eine Übernahme auf die Palliativstation ist für Patienten von allen anderen Stationen des Universitätsklinikum aus möglich, falls auf Grund medizinischer oder psychosozialer Indikationen notwendig.

Palliativmedizinische Forschung in Freiburg

(cax) Der große Bedarf an Forschung in der Palliativmedizin umfasst Fragen der Versorgungsforschung, das Management körperlich belastender Symptome, aber auch die psychosozialen Bedürfnisse unheilbar kranker Patienten und ihrer Angehörigen. Ein besonderes Kennzeichen palliativmedizinischer Forschung ist dabei, dass nicht nur die Patienten, sondern auch die Bedürfnisse ihrer Angehörigen, Bezugspersonen und Behandler im Sinne einer "unit of care" einbezogen werden. Wichtige Themenschwerpunkte palliativmedizinischer Forschung sind daher auch ethische und rechtliche Aspekte in Bezug auf Sterbehilfe und Sterbebegleitung, Fragestellungen wie Patientenautonomie und partizipative Entscheidungsfindung sowie der Umgang mit Rechtsinstituten wie Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten.

Obwohl in der palliativmedizinischen Therapie in den letzten beiden Jahrzehnten deutliche Fortschritte erzielt werden konnten, besteht im Bereich der Symptomkontrolle weiterhin ein erheblicher Forschungsbedarf vor allem an kontrollierten klinischen Studien. Viele palliativmedizinische Interventionen basieren derzeit auf anekdotenhafter oder historischer Überlieferung sowie empirischen Erfahrungen mit einzelnen Behandlungsfällen. Zentrale Forderung an die Forschung in der Palliativmedizin ist daher die Durchführung methodisch und inhaltlich qualitätsvoller multizentrischer gcp-konformer klinischer Studien und die Entwicklung evidenzbasierter Therapierichtlinien in dieser Fachdisziplin .

Mit der Besetzung des ersten Lehrstuhls in Palliativmedizin in Baden-Württemberg durch Professor Gerhild Becker wurde der Notwendigkeit und Bedeutung qualifizierter und Disziplinen übergreifender Forschung im Bereich Palliative Care Rechnung getragen (Pressemitteilung vom 29. März 2012)

Weitere Informationen zur Forschung

Weitere Informationen zur Forschung

Ausgewählte Forschungsprojekte der interdisziplinären Forschungsgruppe Palliative Care in Freiburg:

Versorgungsforschung

  • Palliative Cancer Care: An Epidemiologic Study.
  • End-of-life Care in Hospital: Current practice and potentials for improvement.
  • Influence of an infectious disease consulting service on quality and costs of antibiotic prescriptions in a university hospital


Klinische Studien

  • Long-acting octreotide versus placebo for treatment of advanced HCC – a randomized controlled double blind study
  • Combined TACE and PEI for palliative treatment of unresectable hepatocellular carcinoma.
  • Xerostomia. Improved care using a spray with herbal polysaccharides.
  • Xerostomia after radiotherapy in the head & neck area: Long term observations.


Grundlagenforschung

  • Expression of c-kit (CD 117) in human hepatocellular carcinoma.


Systematische Reviews

  • Pharmacological interventions for pruritus in adult palliative care patients. Cochrane Review.
  • Nichtpharmakologische und komplementärmedizinische Therapie des urämischen Pruritus bei volljährigen Dialysepatienten :
  • Palliative Behandlung maligner Ergüsse
  • Novel opioid antagonists for opioid-induced bowel dysfunction and
  • postoperative ileus
  • Clinical and economic consequences of the treatment of postoperative ileus with alvimopan.
  • Malignant Ascites: Systematic Review and Guideline for Treatment.
  • Do religious or spiritual beliefs influence bereavement – a systematic review.


Psychosoziale und spirituelle Forschungsfragen

  • The Spirituality Questionnaire: Core Dimensions of Spirituality.
  • The situation of radiation oncology patients‘ relatives.
  • Religious belief as a coping strategy – an explorative trial in patients irradiated
  • for head and neck cancer.
  • Four minutes for a patient, twenty seconds for a relative – an observational study at a university hospital.
  • Trauer bei Pflegenden
  • Trauer bei Ärzten
  • Trauererfahrungen bei Notärzten
  • Umgang mit Sterben und Tod beim reinigungspersonal
  • Wie erleben Kinder Krankheit und Tod der Eltern


Ethische Fragestellungen

  • Ärztliche Verantwortung gegenüber Palliativpatienten unter dem neuen Paradigma der Kundenorientierung.


Lehrforschung

  • Planning training seminars in palliative care.
  • Competency and educational needs in palliative care.
  • Palliativmedizin in deutschsprachigen Lehrbüchern.
  • Der Patient als Lehrer: Studierende begleiten schwerstkranke Patienten

Bislang wurden in der Forschungsgruppe Palliative Care 17 Doktorandinnen und Doktoranden betreut.


Preise

  • Heinz-Kalk-Preis für Klinische Forschung beim fortgeschrittenem HCC 2006
  • Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin 2011
  • Preis im Bereich „Wissenschaft“ im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ 2012

 

 

 

Lehrveranstaltungen zur Palliativmedizin

(cax) Die Lehre im Fach Palliativmedizin ist ein zentraler Aufgabenbereich am Lehrstuhl für Palliativmedizin. Mit der Änderung der ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) im Jahre 2009 wurde die Palliativmedizin als 13. Querschnittsfach (Q13) verpflichtend in das studentische Curriculum eingeführt. Zentrale Themen, die aktuell in der studentischen Lehre vor allem berücksichtigt werden, sind die Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen, die Auseinandersetzung mit psychologischen, sozialen und spirituellen Aspekten, ethische und rechtlichen Fragestellungen, Kommunikation, Teamarbeit und Selbstreflexion.

Allgemeine Lehrveranstaltungen

Allgemeine Lehrveranstaltungen

(cax) In der medizinischen Ausbildung müssen die medizinischen Fakultäten eine große Zahl Studierender versorgen und immer vielfältigere Ausbildungsziele erreichen. Diese umfassen nicht nur die Vermittlung von praxisorientiertem Wissen und Fertigkeiten ('knowledge' und 'skills' z.B. in Bezug auf die Behandlung belastender Symptome wie Schmerz oder Atemnot), sondern in besonderer Weise auch die Vermittlung ärztlicher Haltung und Werteinstellungen ('attitudes').


In der palliativmedizinischen Lehre werden aktuell folgende Veranstaltungen angeboten:

Querschnittsbereich 13 Palliativmedizin (40 Unterrichtseinheiten Palliativmedizin als Pflichtfach gemäß WBO seit 2009):
    - Vorlesung
    - Seminar 'Medizinische Aspekte'
    - Seminar 'Psychosoziale Aspekte'

Wahlfach Vorklinik: Projekt 'Studierende begleiten schwerstkranke Patienten' (StuBS), gefördert durch die Medizinische Fakultät (seit 2010; aktuell pausierend)

Wahlfach Klinik: Fakultäten übergreifendes Seminar Palliativmedizin (seit 2005)

Forschungsprojekte zur Verbesserung der Lehre in der Palliativmedizin

Forschungsprojekte zur Verbesserung der Lehre in der Palliativmedizin

Um die Lehrveranstaltungen im ärztlichen und pflegerischen Bereich noch besser gestalten zu können, wurden und werden Forschungsprojekte durchgeführt, die eine Verbesserung der Qualität und Methodik von Lehrveranstaltungen zum Ziel haben. Die Ergebnisse wurden als Fachaufsätze publiziert:

  • Becker G et al.: Planning training seminars in Palliative Care: a survey. Biomed Med Education 2010;10:43
  • Becker G et al.: Palliativmedizin in deutschsprachigen Lehrbüchern. Dtsch Med Wochenschr 2007;132:156-60
  • Becker G et al.: Competency and educational needs in Palliative Care. Wien Klin Wochenschr 2007;119:112-116
  • Becker G et al. Der Patient als Lehrer: Studierende begleiten schwerstkranke Patienten (Publikation in Vorbereitung)

 

 

Fort- und Weiterbildung

(cax) Neben Patientenbetreuung, Forschung und Lehre bildet der Bereich Fort- und Weiterbildung den dritten Schwerpunkt des Lehrstuhls für Palliativmedizin. Die Inhaberin Frau Prof. Becker ist überzeugt:

"Erst durch die Aus-, Fort- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlich Tätigen kann Wissen weitergegeben, Kompetenz ausgebaut und dadurch zu einer Verbesserung der palliativen Versorgung beigetragen werden"

Fort- und Weiterbildung für tätige Ärzte

Fort- und Weiterbildung für tätige Ärzte

Für tätige Ärzte bietet/beteiligt sich der Lehrstuhl an folgende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten:

    Palliativmedizinische Fallkonferenz: Interprofessionelles Fortbildungsangebot für alle in Palliative Care engagierten und interessierten Berufsgruppen. Einmal im Monat werden Patientenfälle aus der palliativmedizinischen Betreuung vorgestellt und im interprofessionellen Dialog reflektiert. Das Fortbildungsangebot steht allen Interessierten offen.


    Seit 2006 Wissenschaftliche Leitung der Basiskurse und Fallseminare für Ärzte zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, Gutachterin und Fachprüferin für die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin bei der Bezirksärztekammer Südbaden und im Gutachterausschuss der Landesärztekammer Baden-Württemberg


    Seit Februar 2013 E-Learning gestützte Weiterbildungsmodule zur ärztlichen Fort- und Weiterbildung in Palliative Care in Zusammenarbeit mit der Bezirksärztekammer Südbaden (Förderung durch die Dr.-Wilhelm-Eitel-Stiftung)


    Palli-Update: Jährliche Weiterbildungsveranstaltung für palliativmedizinisch interessierte Ärztinnen und Ärzte, in dem aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen aus der Palliativmedizin vorgestellt werden (in Zusammenarbeit mit der Bezirksärztekammer Südbaden)

Masterstudiengang Palliative Care Online

Masterstudiengang Palliative Care Online

Für Postgraduierte aller in Palliative Care engagierten Berufsgruppen wird der am Lehrstuhl für Palliativmedizin der assoziierte berufsbegleitende Masterstudiengang

  • Palliative Care Online (Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Baden-Württemberg) angeboten.

Link zum Studiengang

Trainingsprogramm für Pflegekräfte

Trainingsprogramm für Pflegekräfte

ELNEC-Programm Deutschland: Kursprogramm zur Vermittlung von palliativmedizinischem Basiswissen für Pflegekräfte nach dem Train-the-Trainer-Konzept (Förderung durch die Dr.-Wilhelm-Eitel-Stiftung der Neuen Universitätsstiftung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Link zum Programm

Kontakt

Klinik für Palliativmedizin
am Universitätsklinikum Freiburg
Robert-Koch-Str. 3
79106 Freiburg

Stationssekretariat
 0761/270-95900

palliativmedizin@uniklinik-freiburg.de

Ärztliche Direktorin:

Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Dipl.-Caritaswiss. Gerhild Becker MSc Palliative Care (King's College London)

  • Beauftragte für Forschung und Lehre:
  • Dipl.-Theol. Dipl.-Caritaswiss. Dipl.-Soz.Päd. Carola Xander

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KompetenzZentrum - Geschäftsstelle

KompetenzZentrum Palliative Care
Baden-Württemberg
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg 

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